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Freitag, 18. Oktober 2013

Das MLP Förderprogramm: Erschließt sich dadurch das eigene Fremdbild?

Quelle: Pixabay.com
Das MLP ¨Förderprogramm¨ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lücke zwischen dem Selbstbild und dem Fremdbild zu schließen. Der zentrale Punkt bei diesem Programm ist der Golden Profiler of Personality, welcher Online zuvor durchgeführt und ausgewertet wurde.
Die letzte Übung ist mir sehr stark in Erinnerung geblieben. Jeder Teilnehmer hatte vier verschieden Karten in unterschiedlichen Farben (Rot, Gelb, Blau und Grün) bekommen. Während wir planlos durch den Raum marschierten, sollten wir uns vorstellen, welche Karte und damit welche Eigenschaft wir einem anderen Kursteilnehmer zuschreiben sollten. Die rote Karte sollten wir jemanden in die andere Hand drücken, den wir uns als Chef vorstellen könnten. Gelb stand für einen Mitarbeiter, Blau für eine Person, die Einfluss auf uns hat und die grüne Karte solllte jemande bekommen, dem wir Vertrauen schenken. Dies sollte dabei so geschehen, dass wir beim zuschieben der Karten nicht indentifiziert werden sollten. Dabei hielt jeder seine freie Hand - in der anderen waren die eigenen, zu verteilenden Karten, hinter dem Rücken mit den Handflächen nach oben gerichtet.

Ein wenig überrascht war ich über das Ergebnis, als ich mehrere blaue Karten und eine grüne Karte erhielt. Anschließend setzten wir uns in einem Stuhlkreis zusammen und erläuterten, warum wir jemanden genau die Karte zugesteckt haben. Der letzte Schritt erinnerte mich stark daran, was man beim Soziogramm nicht machen sollte. Beim Soziogramm werden zwar auch die Beziehungen untereinander anonym offen gelegt, jedoch bezieht sich das eher auf die Sympathie zwischen den Teilnehmern. Wie dem auch sei, dieses Spiel hat doch viel dazu beigetragen, um herauszufinden, wie wir von anderen Personen gesehen werden. Hier wird also das Fremdbild bedient.

Dennoch ist die Definition des Fremdbildes meiner Meinung nach nicht ganz klar. Das Selbst würde ich als Ergebnis aus den Erinnerungen, den Bedürfnissen und Wünschen definieren. Wie wir uns selbst als Ganzes betrachten, bestimmt also das Selbstbild. Demnach ist das Fremdbild jenes Bild, welche andere von uns haben. Dabei sprechen wir aber immer von einem Bild, obwohl jeder die Welt durch seine eigene Brille sieht. Da die Wahrnehmung von Person zu Person variiert, existieren von der ein und der selben Person mehrere Fremdbilder. Und keiner vermag zu sagen, welches davon das richtige ist. Aber darum geht es mir nicht. Ich habe mich weiterhin gefragt, wie das Ergebnis wohl ausginge, wenn wir uns Teilnehmer untereinander nicht so (gut) kennen würden. Ich habe beispiesweise einer Kommilitonen die grüne Karte in die Hand gedrückt, mit der ich im Laufe dieses und letzten Semesters am meisten zutun gehabt habe. Natürlich auch, weil ich glaube, dass sie sehr vertrauenswürdig ist, was nicht heißt, dass es andere nicht sind.

Nur wem hätte ich diese Karte zugesteckt, wäre ich in einem Raum voller unbekannter Personen? Das Ergebnis wäre selbstvertsändlich ein anderes und vermutlich hätte ich dennoch alle meine Karten an die anderen Teilnehmer verteilt. Aber an welcher Eigenschaft hätte ich Vertrauen und Einfluss festgemacht? In dem fiktiven Fall müsste ich also andere Kriterien heranziehen, um eine Person als vertrauenswürdig einzustufen. Bloß welche wären das gewesen? Und vor allem, kann man dabei noch von einem Fremdbild sprechen? Mittlerweile kenne ich diese Person seit Anfang dieses Jahres, und aus diesem Grund würde ich sie nicht als fremd bezeichnen. Die Grenze zwischen dem Fremdbild und etwas anderem, was entsteht, wenn man eine Person näher kennenlernt, sind da sehr unscharf.

Meiner Meinung nach kann man da nicht mehr von einem Fremdbild sprechen. Vor allem stellt sich mir auch die Frage, welche Karten ich bekommen hätte, wenn wir uns alle untereinander unbekannt gewesen wären. Würde da das Ergebnis signifikant anders ausgefallen, d.h. würde ich Karten auch in anderer Farbe bekommen? Dieses Spiel kann ein sehr großes aha-Erlebnis auslösen, indem es uns zeigt, wie andere Personen uns sehen. Ob es tatsächlich das eigene Frembild ist, hängt davon ab, wie hoch der Bekanntheitsgrad untereinander ist.

Dienstag, 23. April 2013

Rückblick zum Thema Selbsthilfeanleitungen

Quelle: Pixabay.com
Neulich habe ich mich über die Fülle der im Internet kursierenden Anleitung zu sämtlichen Lebenslagen ausgelassen. Zugegeben, das war auch etwas blauäugig zu behaupten, es läge hauptsächlich an der fehlenden Methodenkompetenz. Ich selbst erwische mich immer mal wieder beim Lesen solcher Artikel. Wie sonst wäre ich wohl auf dieses Thema gekommen? Und das Internet ist wirklich voll davon.

Also habe ich mich in den letzten Tagen gefragt, warum lesen die Leute (mich eingeschlossen) das? Zum einen ist da die Idee der fehlenden Zeit. Möglicherweise liegt es auch einfach an der fehlenden Zeit sich mit solchen, manchmal trivialen, Themen auseinander zu setzen. Die Voraussetzungen in allen Lebenslagen adäquat handeln zu können, sind schon lange nicht mehr gegeben. Das ist meiner Meinung auch nicht nötig. Denn was wäre der Mensch ohne seine Ecken und Kanten? Eine Maschine. Sind wir Maschinen? Nein.

Manchmal ist es auch die reine Neugier. Mir geht es oft so, dass ich mich in der ein oder anderen Situation für kompetent genug halte. Aber wer sich für allwissend hält,  hört auf zu lernen. Deshalb suche ich ständig nach Inhalten, von den ich neues lernen kann. Und solche How to-Artikel sind eine gute Möglichkeit sich auf die Schnelle mit einem persönlichen Thema zu befassen,  ohne seitenweise Literatur erforschen zu müssen. Zeit ist ja bekanntlich begrenzt und diese möchte man ja auch mit den schönen Dingen des Lebens füllen. Zum Beispiel der praktischen Anwendung.

Zeitvertreib ist auch eine Variante. Ich mein, wer hat sich nicht schon mal dabei ertappt,  sinnlos durch die tiefen des WWW zu surfen? Und solche Artikel leisten hin und wieder auch einen Beitrag zu Erheiterung.

Wann lest hier solche How tos? Und welche? Kommentare sind erwünscht ;-)

Freitag, 19. April 2013

How to achieve work-life balance

Quelle: Pixabay.com
Gerade habe ich mir den Artikel von Sabine Hockling zum Thema Work-Life balance angeschaut, da ich meinen Fokus der allgemein verbreiteten These zur Generation Y gelegt habe. Das soll hier aber nicht zum Personaler-bashing (wenn wir schon bei Anglizismen sind) ausarten.

Ich finde es ja sehr lobenswert, wenn sich Menschen, vorzugsweise mit einschlägiger Erfahrung, zu solchen Themen äußern und während sie aus dem Nähkästchen plaudern, auch ein paar Tipps zu "Wie bewältige ich mein Leben" geben. Dennoch habe ich große Schwierigkeiten mit solchen Lebensweisheiten. Natürlich darf der Trend zur Selbsthilfe nicht außer Acht gelassen werden. Menschen sehnen sich in unserer immer komplexer werdenden Welt nach ein bisschen Ordnung und Orientierungshilfen. Und das ist auch gut so. Allerdings ist der Versuch der Kategorisierung nicht unbedingt hilfreich,  um das Gespür zur eigenen Entwicklung (Methodenkompetenz) von Lösungen für andere Probleme zu stärken. Konkret geht es mir darum, dass wir verlernen uns selbst zu helfen und verlassen uns dabei immer gerne auf die selbsternannten Gurus des Lebens. Was folgt ist eine Schar von Lemminge, die völlig überfordert mit sich selbst und ihrer Umwelt sind.

Der Drang zur Selbstorganisation führt zu einer Gesellschaft die ständig auf der Suche nach neuen Regelungen und Selbsthilfeanleitungen ist. Und dabei geht zu sehr die menschliche Komponente verloren. Wir sind so mit uns selbst beschäftigt,  dass wir uns zu hirnlosen Zombies entwickeln und die Sozialkompetenz darunter leidet. Ist es nicht viel aufregender und lehrreicher, auf das eigene Gefühl zu achten, Dinge neu auszuprobieren, dabei auch gerne mal auf die Fresse zu fallen und letztendlich ein Gespür dafür zu entwickeln,  wie wir mit unserem Leben klar kommen? Und nebenbei tauschen wir uns mit unserem sozialen Kreisen aus und fördern so das Zusammenleben.

Das erfordert natürlich ein gewisses Maß an Mut, die Augenbinde abzunehmen, den Blindenführer loszulassen und mit offenen Augen und neuem Selbstbewusstsein loszuziehen und eigene Erfahrungen zu sammeln, anstatt diese von vermeintlichen Vorbildern ständig wiederzukäuen. Wie heißt es doch so schön: Wer nur in die Fußstapfen anderer tritt, hinterlässt keine eigenen.

Schönes Wochenende.

Freitag, 7. Oktober 2011

Hast Du auch eine multiple Persönlichkeit?


Hören wir uns diesen Begriff an, fragen wir uns zu Recht, welche Bedeutung sich dahinter verbirgt. Nehmen wir dieses Wort auseinander, fallen uns die Worte „Persönlichkeit“ und „Psychologie“ ins Auge. Ist es also die Psychologie der Persönlichkeit? Oder die Persönlichkeit der Psychologie? Letztere würde allerdings voraussetzen, dass Psychologie eine eigene Identität hat, gar ein Lebewesen ist. Das ist natürlich absurd. Aber was genau ist nun Persönlichkeitspsychologie?
Einer allgemeingültigen Definition nach beschreibt die Persönlichkeitspsychologie – oder auch differentielle Psychologie, als die Wissenschaft über das Erleben und Verhalten eines Individuums. Und genau hier haben wir auch die Abgrenzung zur Sozialpsychologie, welche sich im Allgemeinen mit der Gruppe, bzw. dem Individuum in einer Gruppe auseinandersetzt.
Soweit so gut. Aber was macht die Persönlichkeit eines Individuums aus? Nehmen wir hierzu mal das Individuum Mensch. Ein Mensch hat also eine Persönlichkeit. Wobei die Persönlichkeit sehr viele Fassetten beherbergt. Persönlichkeitsmerkmale können beispielsweise Eigenschaften sein, die uns von anderen Menschen unterscheiden. Jeder von uns hat gewisse Merkmale, die uns einzigartig machen. Deswegen passte der Begriff des Individuums sehr gut. Mit diesen Merkmalen treten wir in der Umwelt auf. Dieses Auftreten hat dabei auf andere Menschen einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Halt Stopp! Hier gehen wir wieder in den Bereich der Sozialpsychologie. Puh, also gerade noch so die Kurve gekriegt. Diese Merkmale zeigen wir aber nicht ständig. In einigen Situationen können sie auftreten, und wiederrum in anderen Lagen verborgen bleiben. Wobei wir hier beim Verhalten wären. Wenn wir also in gewissen Situationen gelassen reagieren können, beispielsweise beim Lesen eines Buches, so muss diese Gelassenheit beim Autofahren im Stadtverkehr zu besonderen Stoßzeiten nicht unbedingt auch einen Ausdruck finden. Wir können also sagen, dass wir in verschiedenen Situationen uns auf differente Weise verhalten. Wir haben sozusagen eine multiple Persönlichkeit. Was sich im Normalfall wie eine Krankheit anhört, ist im Normalfall aber eben völlig normal. Die Kunst dabei liegt darin, diese Verhaltensweisen zu erkennen, um ein nicht erwünschtes Verhalten entgegen steuern zu können.
Hier wären wir allerdings beim Thema Selbstreflexion. Hast Du dir schon einmal Gedanken über dein Selbst gemacht? Dann hast Du dich vielleicht dabei ertappt, wie Du dich darüber geärgert hast, dass Du in einer bestimmten Situation nicht das von Dir gewünschte Verhalten gezeigt hast. Das ist aber nicht schlimm. Denn ein Großteil unserer Verhaltensweisen aktiviert sich unbewusst. Steuerbar sind sie nur begrenzt. Zum Glück, könnte man meinen. Denn wir Menschen wären wahrscheinlich nicht mehr individuell, wenn wir uns in jeder Lage wie gewünscht verhalten würden, quasi wie uns unsere „Vorbilder“ suggerieren, wie wir uns zu verhalten haben. Und das wäre langweilig, oder?

In diesem Sinne, seien Sie eine multiple Persönlichkeit!