Mittwoch, 3. April 2013

Generation Y - sind wir wirklich alle faul, dumm und führungsunwillig?

Die Generation Y bereitet heutigen Personalern und Führungskräften Sorgen. Generation Weichei, die Kuschel-Kohorte oder Wollen die auch arbeiten? liest man als Titel in der Presse. An Übetreibungen wird natürlich nicht gespart um die Texte zu verkaufen. Ist das aber wirklich so?
Ich glaube kaum, dass unsere ältere Generation arbeitsunwillige Nachfahren ohne Führungsqualitäten mit dem IQ eines Toastbrotes herangezüchtet hat. Vielmehr bin ich davon überzeugt, dass die Vorstellungen von Führung und Work - Life Balance unserer Vorbilder ziemlich veraltet sind. Dass unsere jungen Nachwuchskräfte nicht blind in die Fußstapfen heutiger vegreister Top - Manager treten, spricht eher für die Generation Doof Schlau. Vielmehr scheint die veränderte Sichtweise über die Führungsrolle und Arbeitsstruktur den Befürwortern der Generation Y-These Unbehagen zu bereiten. Das ist auch nicht ganz unberechtigt. Denn warum soll man an einer Struktur rütteln, die mit großem Durchsetzungsvermögen nun zu funktionieren scheint? Getreu dem Motto "Never change a running system".
Neue Bedürfnisse erfordern eben eine dementsprechend angepasste Vorgehensweisen. Raus aus dem alten rigiden Denken, rein mit neuen Ideen und Verhaltensmustern. Wir müssen anfangen uns daran zu gewöhnen, dass wir eine Schar motivierter junger Leute haben, die es nach jahrzehnter langer akademischer Ausbildung kaum erwarten können, das Zepter endlich in die Hand zu nehmen. Nur nicht unter diesen Bedingungen. Vielleicht ist es genau das was wir brauchen. Weniger "Ja-Sager" und Mitläufer, dafür mehr Menschen die den Mund aufmachen und auch entsprechend für ihre Leistung etwas einfordern. Menschen eben, die Erfolg wollen, aber nicht wie ein Haufen sozial inkompetenter Egoisten, um jeden Preis.

Samstag, 22. Dezember 2012

Der Untergang vom Weltuntergang

Noch nie habe ich einen so großen Weltuntergangs - Hype erlebt wie diesen. Wenn das die Maya geahnt hätten, was sie da auslösen. Sei es drum. Ich hoffe jedenfalls, das niemand von den Lesern hier an diesen prophezeiten Untergang geglaubt hat. Aber wie ist es mit denen, die wirklich davon überzeugt waren? Wie gehen die damit um? Denn offensichtlich ist uns das erspart geblieben. Dieser Untergang.
Hierfür hat unser Gehirn einen durchaus effektiven Mechanismus entwickelt, den Leon Festinger (1957) in der 'Cognitive Dissonance Theory' beschreibt. Diese sogenannten kognitiven Dissonanzen sind widersprüchliche Gedankengänge, die in uns eine Art 'Störgefühl' erzeugen. Sie treten auf, wenn unsere Überzeugungen nicht mit den Ereignissen unserer Umwelt übereinstimmen. Das heißt allerdings nicht automatisch, dass wir unsere ursprünglichen Gedanken verwerfen, denn wir Menschen sind unglaublich gut darin, uns unsere Umwelt so zu gestalten, wie wir es für richtig halten. Dabei handeln wir auch nicht immer rational.
So viel zur Theorie. Jetzt wird es konkret. Was bedeutet das in unserem Fall? Jemand, der fest daran geglaubt hat, wird sich nach dieser Theorie also erklären müssen, warum dieses Ereignis doch nicht eingetreten ist. Der Focus Online Artikel nennt ein paar sehr unterhaltsame Erklärungsversuche der Esoteriker. Der Artikel stellt auch sehr gut dar, dass diese Erklärungsansätze alles andere als rational sind. Das naheliegendste Model sagt beispielsweise, dass die Prophezeiung zwar eintreffen wird, jedoch der genaue Zeitpunkt falsch interpretiert wurde. Das funktioniert ähnlich wie mit Horoskopen. Diese sind so vage formuliert, dass sie zwangsläufig auf die ein oder andere Person zutreffen muss. Und mit diesem Erklärungsmodell liegen Esoteriker gar nicht mal so verkehrt. Nämlich dann, wenn unserer Sonne der Treibstoff ausgeht und wir im Zuge ihrer Volumen - Vergrößerung sprichwörtlich 'gegrillt' werden. In zirka 5 Milliarden Jahren.
Bis die Erde also tatsächlich untergeht, bleibt uns noch ein bisschen Zeit. 0b wir das auch noch miterleben werden, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
Vielen Dank für's Lesen. Für Feedback und weiteren Diskussionsstoff bin ich ich sehr offen. Frohe Weihnachten.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Review nach 5 Wochen Buckingham

Wow, hier ist echt was los. Zumindest betrifft das den Arbeitsaufwand. Zugegeben, in der Stadt ist nicht super viel los. Allerdings habe ich in den letzten 3 Wochen 3 Hausarbeiten von der Evaluierung des Biomedizinischen Modells, Soziale Kognitionen bis zum wissenschaftlichen Bericht eines durchgeführten Free Recall Experiments einreichen müssen. Weitere Hausarbeiten und Themen werden in den nächsten Wochen folgen. Über Langeweile kann ich mich hier also nicht beklagen. Wie auch immer. Mir gefällt die Art, wie hier Studium definiert wird. Wie ich finde, steht das im absoluten Kontrast zu meinen bisherigen Erfahrungen als Student.
Die Parties kommen natürlich auch nicht zu kurz. Um Mottoparties sind die Engländer nicht verlegen. Auch wenn sie noch so sinnfrei sind (oder ich bin dafür nicht geboren). Aber das Programm ist hier sehr vielfältig. Über Vorträge von angehenden Absolventen, Interviews mit etablierten Wissenschaftlern, von Studenten organisierte Konzerte ist eigentlich so ziemlich alles dabei. Dafür gibt es auf jeden Fall einen Daumen hoch!

Cheers!

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Introduction to England


Ich erinnere mich noch an die Zeiten, als ich mein Studium an der International School of Management begann. In der Einführungswoche wurden wir 5 Tage lang mit Informationen zugeschüttet, bis keiner mehr wusste, wo vorne und hinten ist. Hier ist es ähnlich, nur stellen wir uns vor, wir reduzieren eine Woche auf ca. 1,5h. Der Informationsgehalt ist dabei nicht unbedingt geringer. Jedenfalls wird sich hier viel Mühe gegeben die Freshmens willkommen zu heißen.
In der Zwischenzeit habe ich mir eine Unterkunft direkt am Campus besorgt. Die Wohnungssuche gestaltet sich in so einem Ort doch schwieriger als gedacht. Eine vollkommen möblierte Wohnung für unter einem halben Jahr zu bekommen ist quasi unmöglich. Zumindest nicht innerhalb einer Woche. Das Zimmer ist sogar ganz okay. Zumindest für meine Ansprüche vollkommen ausreichend. Ein paar Dinge wie Teller, Besteck und Töpfe mussten zwar hinzugekauft werden, aber auf dem Wochenmarkt kann sich jeder damit zu einem vernünftigen Preis sehr gut ausstatten. Das Leben an sich ist hier zumal schon durch die höhere Mehrwertsteuer relativ kostspielig. Aber wer frisch einkauft und gut vorausplant, kann sich hier mit sehr gutem Essen versorgen. An das Flair in den Pubs könnte ich mich sogar gewöhnen, da kann sich Deutschland meiner Meinung nach noch eine Scheibe an Lockerheit abschneiden.
Organisationstalente sind zwar an vielen Orten gewünscht, aber ein bisschen mehr Menschlichkeit, auch wenn das mit etwas Chaos verbunden ist, ist mir dann doch lieber.
Cheers!

Mittwoch, 26. September 2012

Erste Eindrücke

Hallo,

wie in meinem engen Bekanntenkreis schon bekannt, befinde ich mich momentan in Buckingham in England und absolviere dort mein Auslandssemester.

Am Montag morgen um 3 machte ich mich also auf dem Weg nach Calais um die Fähre rechtzeitig zu bekommen. Hier fühlte ich mich schon wie ein kleiner Abenteurer, der sich auf den Weg auf die Insel macht um eine neue Welt zu entdecken. Mein Auto ist vollgepackt mit Klamotten und Utensilien, um die ersten Wochen problemlos überstehen zu können. Das Abenteuer ging weiter, als ich durch den stärksten Regen, den ich bis dato gesehen hatte, in Richtung Norden durchquerte. Später wurde mir bewusst, als ich die Nachrichten verfolgte, wie schwer dieser Wolkenbruch ausgefallen war.

Ich hätte nicht erwartet, dass mir das Fahren im Linksverkehr so leicht fällt. Echtes Englisches Feeling also. Linksverkehr und Regen ... und Kreisverkehre. Zumindest hier in Milton Keynes. Ich schätze in den letzten Tagen habe ich so viele Kreisverkehre durchquert, wie in meiner gesamten Karriere als Autofahrer noch nicht. Im Ernst, Milton Keynes ist voll davon. Ich habe gefühlte 100 mal mein Navigationsgerät auspacken müssen, um zurück zur Jugendherberge zu finden, weil jede Straße gleich aussieht. Danke Gott, das es diese Dinger gibt, und dabei bin ich sowas von absolut un-religiös. Who cares. Wenn das so weiter geht brauche ich bald auf der linken Seite neue Reifen...

Buckingham ist mir um einiges sympathischer. Ich mag diese kleinen Städtchen mit Charakter. Hier könnte ich mich wohlfühlen. Morgen beginnt der erste Tag an der Uni, ich bin gespannt was mich dort erwartet, dann gibt es auch wieder ein Update.

Cheers.

Donnerstag, 3. November 2011

Besitzt Du kulturelle Intelligenz?

Seit nun 50 Jahren besteht das Anwerberabkommen mit der Türkei. Einen Beitritt der Türkei in die EU lehnt unsere Merkel allerdings ab. Wer da einen Zusammenhang sieht, möge es mir bitte mitteilen.
Nichts desto trotz hat uns dieses Abkommen geprägt. Natürlich hat dieser Handschlag seine Vor- und Nachteile mit sich gebracht. Aber wie gehen wir damit um? Oft genug bekomme ich das Unverständnis gegenüber unseren Immigranten zu hören. Hat es mit fehlender Integration zu tun? Oder der fehlenden Kompetenz mit der Kultur umzugehen?
Wenn wir uns die Entwicklung in den Unternehmen ansehen, kann man feststellen, dass in dieser Richtung ein Umdenken geschieht. Wo die kulturelle Diversität früher als Gefahr eingestuft wurde, wird sie heute immer mehr zum Gegenstand eigener Diversity-Abteilungen. Damit diese Integration aber Erfolg hat, muss sich das Unternehmen mit vielerlei Fragen auseinander setzen.

Wie unterschiedlich sind eigentlich meine Mitarbeiter?
Welche Ergebnisse können für die Arbeit erwartet werden?
Inwieweit hat Diversität einen Einfluss auf meine Produkte?
Welche Konsequenzen hat Diversität auf mein Managementverhalten?

Mit diesen Fragen umgehen zu können, auf entsprechende Einflüsse geschickt reagieren zu können. Toleranz gegenüber anderen Kulturen zu zeigen. Das sind alles Aspekte, die die kulturelle Intelligenz ausmachen. Kulturen sind oft mit Stereotypen verknüpft. Diese Stereotype bilden in unserem Gehirn Konstrukte, mit denen wir unsere Welt ordnen können. Oft sind die Stereotype leider auch negativ aufgeladen. Also müssen wir sensibel damit umgehen. Denn warum sind Verhaltensweisen gleich negativ, nur weil sie nicht unserem Standard entsprechen? Ist es nicht wesentlich reizvoller, ein Verständnis für diesen Menschen zu entwickeln, der sich uns gegenüber so „anders“ verhält? Warum versuchen wir nicht einen Kompromiss zu finden, mit denen beide Leben können und unserer Gesellschaft einen großen Mehrwert bringen? Wir alle sind in der Lage uns auf verschiedenen Ebenen zu bewegen, auch ohne unsere eigene Identität zu verlieren. Mit interkultureller Flexibilität und vor allem Respekt.